2001


Schüler fühlten sich als „geehrte Bürger“ sehr wohl in ihrer Haut

Und wieder 29 neue „Honorary Citizens of the City of Austin“: Koblenzer Schüler wurden von der Stadt Austin und dem Staat Texas zu „geehrten Bürgern“ und „verehrten Gästen“ ernannt. Die Verleihung dieser Urkunden, unterschrieben von dem derzeitigen Governeur Perry im State Capitol und von Mayot Watson für die Stadt Austin gehörte zu den offiziellen Höhepunkten der Reise. Fahrten ins Hill Country – mit der Besteigung des Enchanted Rock und kurzem Aufenthalt in Fredericksburg – sowie der obligatorische Besuch in San Antonio mit Alamo, Institute of Texan Cultures und River Walk – zählten zu den Unternehmungen genauso wie der Besuch bei der NASA in Houston. Neu im Programm war eine Übernachtung auf der Insel Galveston im Golf von Mexiko. Der Schwerpunkt dieser Schüleraustauschprogramme ist jedoch das Studium des amerikanischen Schul- und Familienlebens. Diese Austauschfahrt nach Austin (im Rahmen des GAPP Programmes und unterstützt von der Partnerschaft Koblenz- Austin und der Stadt Koblenz) war die sechste Schülerreise von Koblenz aus. Am 3. September 2001, wenn eine offizielle Delegation aus Austin Koblenz besucht, soll das zehnjährige Bestehen dieser Partnerschaft feierlich begangen werden.

Hanne Trumpp 2001

Kinder treffen auf fremde Nationen (Rhein-Zeitung, 31.08.2001)

Amerikaner aus Austin/Texas besuchen die Schenkendorf- Grundschule – Ausflüge und Schulfest sorgen für Unterhaltung

Englisch – die Weltsprache ist in aller Munde. Dies gilt zurzeit ganz besonders für die Grundschüler der Schenkendorf- Schule in Koblenz, denn 41 Besucher aus Austin, der Hauptstadt von Texas, wollen hier deutsche Kinder kennen lernen, die Sprachkenntnisse verbessern und die Koblenzer Gegend erkunden.

Von Pia Siebert

KOBLENZ. Eine Schiffstour nach Rüdesheim, ein Ausflug nach Maria Laach, ein Besuch der Marksburg in Braubach. . . Das Programm der Schenkendorf- Grundschule in Koblenz für die Partnerschule im amerikanischen Texas, die noch bis zum 12. Juni zu Besuch ist, ist mit touristischen Highlights unserer Gegend gespickt. „Wir möchten den Amerikanern so viel wie möglich von unserer schönen Gegend zeigen“, erklärt Rektorin Christa von Schilling- Roosen, die den Austausch zwischen der Koblenzer Grundschule und der „Summitt Elementary School“ in Austin/Texas seit den Anfängen im Jahr 1995 leitet.

Zusammen mit der amerikanischen Lehrerin Mary Hutka organisieren die Schulen einen Austausch, der für eine Grundschule äußerst ungewöhnlich ist. „Unsere Schüler lernen ab der dritten Klasse Englisch im Rahmen der integrierten Fremdsprachenarbeit. Daher sind die Kinder auf fremde Nationen eingestellt“, berichtet die Rektorin. Insgesamt 41 amerikanische Lehrer, Eltern und Kinder sind nach Koblenz gereist, um in den Gastfamilien und der Grundschule die Partnerschaft zwischen Austin und Koblenz weiter zu stärken.

Die US-Kinder, die fünf Jahre in der „Elementary School“ verbringen, lernen normalerweise erst auf der weiterführenden Schule eine Fremdsprache. Häufig wählen die Kinder dann Deutsch, besonders, wenn sie das Land durch einen solchen Austausch bereits kennen gelernt haben. „Die Kinder, die jetzt in Koblenz zu Besuch sind, erhielten in den letzten Monaten von einem Vater, der gut Deutsch spricht, eine kleine Einführung in die Sprache“, berichtet Mary Hutka. Das kommt den Kindern jetzt in ihrer Koblenzer Gastfamilie zugute. „Wir unterhalten uns mit Handsprache und ein paar Worten, die ich schon gelernt habe“, erklärt die achtährige Katharina Immes, die den elfjährigen Sam und seine Mutter Sandra zu Gast hat, und sich schon darauf freut, im nächsten Jahr vielleicht auch einmal nach Amerika zu fliegen.

Auch die neunjährige Kira Herzog findet den Austausch toll. „Ich habe meiner Amerikanerin schon ein paar Worte auf Deutsch beigebracht“, berichtet sie stolz. Ihr wurde bereits von den Amerikanern angeboten, außerhalb des Austauschs einmal die USA zu besuchen. Dieses Vergnügen hatte der zehnjährige Kevin Baulig schon: Er besuchte „seine“ Amerikaner im vergangenen Jahr. „Am schönsten war es, mit den anderen amerikanischen Kindern auf der Straße zu spielen“, erzählt er. In diesem Jahr sind seine Gasteltern nun wieder bei ihm zu Besuch.

„Viele solcher Freundschaften haben sich in den letzten Jahren entwickelt“, berichtet Rektorin von Schilling- Roosen und wird von Mary Hutka ergänzt: „Der Austausch ist wie eine große Familie zwischen Austin und Koblenz, die ständig fester und größer wird“.

Gemeinsam mit ihren amerikanischen Gästen werden die Schüler der Schenkendorf- Schule ein großes Schulfest am Samstag, 9. Juni, von 14 bis 18 Uhr feiern.

Rhein-Zeitung vom 31. August 2001

Amerika als Leidenschaft (Rhein-Zeitung, 31.08.2001)

Michael Wolf (43) ist 1. Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Koblenz-Austin (Texas). Seine Begeisterung für Amerika entdeckte der Rechtsanwalt während seiner Tätigkeit für die Industrie- und Handelskammer in New York.
Der Koblenzer gründete 1991 mit anderen Interessierten zusammen den Partnerschaftsverein Koblenz-Austin, der seitdem einen Schüleraustausch mit Texas organisiert. Seine Erfahrungen nutzt er auch beruflich durch seine Kenntnisse im amerikanischen Recht. Außerdem ist Wolf Präsident des Vermietervereins und gibt Kurse im Mietrecht.

Rhein-Zeitung vom 31. August 2001

Koblenzer gehen in Texas zur Schule (Rhein-Zeitung, 31.08.2001)

Die Partnerschaft Koblenz- Austin (Texas) besteht seit zehn Jahren

Vor zehn Jahren, 1991, wurde die Partnerschaft zwischen Koblenz und Austin, einer 500 000-Einwohnerstadt im US-Bundesstaat Texas, gegründet. Seitdem herrscht reger Austausch quer über den Atlantik.

KOBLENZ. Ob Gymnasiasten, Grundschüler, Realschüler oder Lehrlinge, der Austausch Koblenz- Austin bietet umfangreiche Möglichkeiten für alle. Im jährlichen Wechsel fliegen Koblenzer und Texaner ins ferne Partnerland, betreut und organisiert vom Partnerschaftsverein Koblenz- Austin und von Schulen.

„1991 kam dem Deutsch- Amerikanischen Verein die Idee einer Partnerschaft mit einer Stadt in Texas. Wir entschieden uns dann für Austin“, so Michael Wolf, 1. Vorsitzender des Partnerschaftsvereins. In der Regel für drei Wochen um Ostern wohnen nun Schüler und Schülerinnen aus Koblenz bei Gastfamilien in Austin und besuchen die dortige Anderson oder Bowie High School.

Im folgenden Jahr kommen die Texaner dann an den Rhein – meist zu den Familien ihrer Gäste aus dem letzten Jahr. Schwerpunktschule im Gymnasialaustausch in Koblenz ist das Görres- Gymnasium, an dem auch Hanne Trumpp unterrichtet, die sich seit deren Gründung in der Partnerschaft engagiert. Allerdings reisen auch Schüler vieler anderer Koblenzer Gymnasien alle zwei Jahre nach Texas.

Doch nicht nur den Oberstufenschülern ist eine Reise in die USA vergönnt. Die Schenkendorff- Grundschule, an der schon früh Englisch als Fremdsprache unterrichtet wird, ist seit fünf Jahren dabei. Auch für die Kleinen heißt es dann um Ostern – natürlich jeweils mit einer Begleitperson – auf nach Texas und Gelerntes ausprobieren. Außerdem gibt es einen regen Austausch von Lehrlingen. Seien es junge Amerikaner, die z.B. Bei Koblenzer Gastronomiebetrieben eine Ausbildung über drei Jahre absolvieren, oder Koblenzer Azubis, die mal texanische Arbeitsluft schnuppern wollen. Der Partnerschaftsverein kümmert sich dann um eine Wohnung und ist Ansprechpartner für die Jugendlichen.

Zum zehnjährigen Bestehen des Schüleraustausches findet am Montag, 3. September, von 18 Uhr bis 21 Uhr, in der Aula des Görres- Gymnasiums ein Festakt des Partnerschaftsvereins statt. Neben Schülern und Lehrern des Austauschprogramms werden der OB der Stadt Koblenz und Vertreter des Landes anwesend sein. Florian Schwarz

Weitere Informationen zu Festakt und Austausch unter www.koblenz-austin.de

Rhein-Zeitung – Ausgabe Koblenz Stadt vom 31.08.2001, Seite 18.